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  Nachtlied
  Der Mond kommt still gegangen
  Mit seinem goldnen Schein,
  Da schläft in holdem Prangen
  Die müde Erde ein.
 
  Im Traum die Wipfel weben,
  Die Quellen rauschen sacht;
  Singende Engel durchschweben
  Die blaue Sternennacht.
 
  Und auf den Lüften schwanken
  Aus manchem treuen Sinn
  Viel tausend Liebesgedanken
  Über die Schläfer hin.
 
  Und drunten im Tale da funkeln
  Die Fenster von Liebchens Haus;
  Ich aber blicke im Dunkeln
  Still in die Welt hinaus.
  Emanuel Geibel 1815 - 1884
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