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  Ach, um deine feuchten Schwingen
  Ach, um deine feuchten Schwingen,
  West, wie sehr ich dich beneide;
  Denn du kannst ihm Kunde bringen,
  Was ich in der Trennung leide!
 
  Die Bewegung deiner Flügel
  Weckt im Busen stilles Sehnen;
  Blumen, Augen, Wald und Hügel
  Wehn bei deinem Hauch in Tränen.
 
  Doch dein mildes, sanftes Wehen
  Kühlt die wunden Augenlider;
  Ach, für Leid müßt' ich vergehen,
  Hofft ich nicht zu sehn ihn wieder.
 
  Eile denn zu meinem Lieben,
  Spreche sanft zu seinem Herzen;
  Doch vermeid ihn zu betrüben,
  Und verbirg ihm meine Schmerzen.
 
  Sag ihm, aber sag's bescheiden:
  Seine Liebe sei mein Leben;
  Freudiges Gefühl von beiden
  Wird mir seine Nähe geben.
  Marianne von Willemer 1784 - 1860
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