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  An der Bahre der Geliebten
  Blass und auf immer stumm, auf immer! liegst du
  Hingestreckt, o Geliebte, auf der Bahre!
  Deine Reize lockten den Tod, er kam, er
  Hält dich umarmet!
 
  Einst in der Kühlung leiser Abendwinde
  Saßen wir am Gemurmel eines Baches,
  Und ich sprach aus zitternder Seele dir: "Ich
  Liebe dich ewig!"
 
  Aber du neigtest sinnend nach den Wellen,
  Nach den flüchtigen, tief dein schönes Antlitz,
  Wie ergriffen von dem Geflüster dunkler
  Stimmen der Zukunft.
 
  Schmerzlich berührt von deinem Schweigen, frug ich,
  Ob vernommen das Wort du meiner Seele,
  Und du nicktest hold; doch es dünkte mir dein
  Nicken zu wenig. -
 
  Glühende Tränen stürzen mir vom Auge,
  Und sie pochen an deine kalte Stirne,
  Ach, von der geflohen dahin das stille
  Sinnen der Liebe.
 
  Meine gebrochne Stimme ruft dir bange
  Nach: "Ich liebe dich ewig!" O wie selig
  Wär' ich nun, antwortete meinem Schmerz dein
  Leisestes Nicken!
  Nicolaus Lenau 1802 - 1850
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