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  Jahrmarkt
  Sind's die Häuser, sind's die Gassen?
  Ach, ich weiß nicht, wo ich bin!
  Hab' ein Liebchen hier gelassen,
  Und manch Jahr ging seitdem hin.
 
  Aus den Fenstern schöne Frauen
  Seh'n mir freundlich ins Gesicht,
  Keine kann so fröhlich schauen,
  Als mein liebes Liebchen sicht.
 
  An dem Hause poch' ich bange -
  Doch die Fenster stehen leer,
  Ausgezogen ist sie lange,
  Und es kennt mich keiner mehr,
 
  Und ringsum ein Rufen, Handeln,
  Schmucke Waren, bunter Schein,
  Herr'n und Damen gehn und wandeln
  Zwischendurch in bunten Reih'n.
 
  Zierlich Bücken, freundlich Blicken,
  Manches flücht'ge Liebeswort,
  Händedrücken, heimlich Nicken -
  Nimmt sie all der Strom mit fort.
 
  Und mein Liebchen sah ich eben
  Traurig in dem lust'gen Schwarm,
  Und ein schöner Herr daneben
  Führt sie stolz und ernst am Arm.
 
  Doch verblasst war Mund und Wange,
  Und gebrochen war ihr Blick,
  Seltsam schaut' sie stumm und lange,
  Lange noch auf mich zurück. -
 
  Und es endet Tag und Scherzen,
  Durch die Gassen pfeift der Wind -
  Keiner weiß, wie uns're Herzen
  Tief von Schmerz zerrissen sind.
  Joseph von Eichendorff 1788 - 1857
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